Im Herbst 2006 wurde der Grundstein für den Neubau des Stadtkrankenhaus Korbach gelegt. Für 29 Millionen Euro werden wichtige Weichen für die Zukunft des größten Krankenhauses im Landkreis Waldeck-Frankenberg gestellt. Nur durch Investitionen und neue medizinische Techniken kann das Überleben kleinerer Krankenhäuser gesichert werden.
Im Neubau entstehen außer einem kompletten neuen Bettentrakt auch neue Funktionsabteilungen wie Röntgen, Labor, EKG und zwei hochmoderne Operationssäle. So soll dem Patienten ein reibungsloser Ablauf in Ambulanz und stationärer Aufnahme geboten werden. In den frei werdenden Räumlichkeiten wird ein medizinisches Versorgungszentrum entstehen. Hierin werden Praxen für niedergelassene Ärzte angesiedelt. Der Patient der Zukunft be-kommt eine Rundumversorgung an einem Ort mit kurzen Wegen. Bereits seit längerer Zeit befindet sich an dem Stadtkrankenhaus die Praxis eines Radiologen mit hervorragender Ausstattung. Außerdem nutzt seit 2005 ein Internist freie Räumlichkeiten. Er hat die Möglichkeit, Gerätschaften des Stadtkrankenhauses mit zu nutzen.
Armin Müller hat im Juli 2005 die Geschäftsleitung übernommen und ist seit dem 1. Januar auch Chef des städtischen Altenpflegeheims am Nordwall. Hierdurch werden Synergien zum Vorteil beider Häuser entstehen. Die Gynäkologische Abteilung, übrigens von der WHO als stillfreundlich ausgezeichnet, wird seit dem 1. Januar von Chefarzt Dr. Szini geleitet, der gleichzeitig auch eine Frauenarztpraxis am Krankenhaus betreibt. Veränderungen gibt es, nach dem Ausscheiden von Dr. Awakemian, auch im unfallchirurgischen Bereich. Seine Praxis wurde inzwischen von der Stadt Korbach erworben. Sie wird zukünftig von Dr. Seel, einem Unfallchirurgen und Orthopäden, betrieben. Damit wird der Standort Korbach weiter gestärkt.
Krankenhaus bleibt kommunal Durch die Gründung einer Managementholding werden dem Kreiskrankenhaus in Frankenberg und dem Stadtkrankenhaus Korbach die Möglichkeit gegeben, auch in Zukunft ohne Privatisierung überleben zu können. Der Erhalt beider Häuser ist wichtiger, als das Gewinn- und Verlustdenken mancher Entscheidungsträger. Gerade die Kreis-FDP hat sich in den Verhandlungen um die Zukunft von Frankenberg und Korbach immer wieder gegen eine Managementholding oder gar eine Fusion ausgesprochen. Sie hat deutlichst ihren Willen für eine Privatisierung der Häuser in den Vordergrund gestellt. Adolf Graf, Fraktionsvorsitzender der Kreis-FDP, sagte im Kreistag: „Da eine Privatisierung in dieser Legislaturperiode nicht mehr möglich ist, werden wir dem Antrag der Freien Wähler zur Gründung einer Holding zustimmen.„ Noch zum Zeitpunkt der Beschlussfassung zur Managementholding durch die Kreistagsgremien hat die FDP durch Änderungsanträge versucht, ein Zusammengehen zu verhindern.
Wir, als Freie Wähler, halten angesichts des allgemeinen Trends zur Privatisierung im Krankenhausmarkt den angestrebten Verbund der beiden kommunalen Häuser in einer Dachgesellschaft (Managementholding) nur für einen ersten Schritt. Der ist sinnvoll und für ein Fortbestehen in kommunaler Hand zwingend notwendig. Eine Fusion muss dann als weiterer Schritt folgen.Bis dahin ist allerdings noch ein weiter und steiniger Weg zurückzulegen. Die Freien Wähler fordern alle Verantwortlichen auf, den Weg für eine Fusion der Häuser frei zu machen. Sie sollen dafür sorgen, dass es eine gemeinsame Zukunft für beide Häuser in kommunaler Hand gibt.
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