CDU-Landrat Eichenlaub mit neuer Posse

KA-Entscheidung war richtig:

Im Mai vergangenen Jahres teilte CDU-Landrat Eichenlaub mit, er habe keine Lust mehr Landrat zu sein und wolle in die freie Wirtschaft wechseln. Nun soll und kann man ja bekanntlich Reisende nicht aufhalten. Dem folgte auch der Kreisausschuss (KA) mit seiner Entscheidung, Eichenlaub für den Rest seiner Amtszeit zu beurlauben. Eichenlaub hätte damit keine Bezüge mehr erhalten und keine weiteren Pensionsansprüche erworben. Peter Niederstraßer (Freie Wähler) hätte für die restliche Wahlperiode seine Aufgaben übernommen. Dem Landkreis Waldeck-Frankenberg wäre kein nennenswerter Schaden entstanden. Die Alternativen zu dieser Entscheidung waren:

1. Eichenlaub tritt von sich aus zurück. Damit hätte er seine Pensionsansprüche verloren, nicht nur die aus seiner Tätigkeit als Landrat sonder auch alle früher erworbenen. Für Eichenlaub sicher keine mögliche Option.

2. Er wird abgewählt. Das hätte den Landkreis Waldeck-Frankenberg viel Geld gekostet: Seine Bezüge bis zum Ende der Wahlperiode hätten weiter gezahlt werden müssen und Eichenlaub hätte weitere Pensionsansprüche erworben.

3. Eichenlaub meldet sich dauerhaft krank. Damit kann er aber auch keinen anderen Job annehmen.

Die Wogen schlugen hoch, Eichenlaubs Ansinnen war nicht nur Thema in der Bevölkerung, sondern auch in der Boulevardpresse. Für die CDU, insbesondere kurz vor den Landtagswahlen, war eine ärgerliche Situation entstanden. Um wieder Ruhe einkehren zu lassen, untersagte Regierungspräsident Lutz Klein (CDU) eine Beurlaubung Eichenlaubs. Gegen diese Entscheidung klagte der Landkreis Waldeck-Frankenberg und verlor vor dem Verwaltungsgericht in einem Eilverfahren. Eichenlaub wurde nicht beurlaubt, erhält weiterhin seine Bezüge und erwirbt Pensionsansprüche.

Wer glaubte, die Sache sei damit erledigt, hatte die Rechnung ohne Eichenlaub gemacht. Pünktlich, vier Wochen vor den Landtagswahlen, meldet er sich mit der Ankündigung zu Wort, in 2009 nochmals kandidieren zu wollen. Ob das ernst gemeint ist, oder ob er sich nur an seinen Parteifreunden rächen will, bleibt derzeit sein Geheimnis. Eines ist jedoch sicher: den Menschen und dem Landkreis Waldeck-Frankenberg ist mit dererlei Possen nicht gedient.

Ist der Ruf erst ruiniert, lebts sich gänzlich ungeniert. (Wilhelm Busch)


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